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LUGAS-Fehler „bei anderem Anbieter aktiv“ lösen

Warum LUGAS Sie noch als aktiv meldet: So beenden Sie die Sitzung korrekt, warten fünf Minuten und klären einen fehlerhaften Aktivstatus.

LUGAS-Fehler „bei anderem Anbieter aktiv“ lösen

Stand: 29. Juli 2026. Die Meldung „bei anderem Anbieter aktiv“ bedeutet zunächst, dass Sie in der LUGAS-Aktivitätsdatei noch als aktiv geführt werden oder dass ein Anbieter den Status nicht korrekt auswertet. Prüfen Sie alle Apps, Tabs und Geräte, veranlassen Sie beim zuletzt genutzten Anbieter die Inaktivmeldung und warten Sie danach fünf Minuten vollständig ab. Bleibt die Meldung bestehen, ist zuerst der Anbieter-Support und in ungeklärten Ausnahmefällen die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) zuständig.

Dieser Beitrag erläutert die derzeit geltenden Vorgaben allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung. Er beschreibt keine Methode zur Umgehung gesetzlicher Schutzmaßnahmen, sondern den vorgesehenen Ablauf zur Klärung eines möglicherweise festsitzenden Aktivstatus.

Kurz erklärt: Was bedeutet „bei anderem Anbieter aktiv“?

LUGAS steht für Länderübergreifendes Glücksspielaufsichtssystem. Zu seinen Zentraldateien gehören eine Limitdatei und eine Aktivitätsdatei. Die Aktivitätsdatei soll verhindern, dass eine Person gleichzeitig bei mehreren erlaubten Glücksspielanbietern im Internet spielt. Nach § 6h Glücksspielstaatsvertrag 2021 zur Verhinderung parallelen Spiels darf paralleles Spielen bei mehreren Anbietern nicht ermöglicht werden.

Will ein Anbieter eine Person unmittelbar vor dem ersten Spiel aktiv melden, erhält er eine Rückmeldung, falls bereits ein Aktivstatus besteht. In diesem Fall darf er die neue Spielteilnahme nicht freigeben. Wichtig ist die begriffliche Trennung: Die gesetzlich relevante Aktivmeldung darf erst unmittelbar vor Beginn des ersten Spiels erfolgen. Das bloße Einloggen in ein Spielkonto ist daher nicht automatisch mit dem Aktivschalten in der LUGAS-Aktivitätsdatei gleichzusetzen.

Die Fehlermeldung ist außerdem keine OASIS-Sperre. Sie kann schlicht anzeigen, dass eine vorherige Spielsitzung noch aktiv gemeldet ist. Wie das gesonderte Sperrsystem funktioniert, erklärt unser Überblick zur OASIS-Spielersperre.

So beheben Sie die LUGAS-Meldung Schritt für Schritt

  1. Alle verwendeten Geräte prüfen: Kontrollieren Sie Smartphone, Tablet und Computer. Suchen Sie dort nach geöffneten Apps, Browserfenstern oder Tabs des zuletzt genutzten Glücksspielanbieters.
  2. Die bisherige Spielsitzung beenden: Nutzen Sie beim letzten Anbieter die vorgesehene Abmelde-, Sitzungsende- oder Inaktiv-Funktion. Falls diese nicht auffindbar ist, fragen Sie den Support, wie Sie die gesetzlich vorgesehene Inaktivmeldung veranlassen können.
  3. Keine neue Spielteilnahme beginnen: Starten Sie beim bisherigen Anbieter nicht erneut ein Spiel. Das reine Aufrufen einer Kontoseite sollte rechtlich noch keine Aktivmeldung auslösen; unmittelbar vor einem neuen Spiel kann jedoch wieder eine Aktivschaltung erforderlich werden.
  4. Fünf Minuten vollständig warten: Entscheidend ist nicht allein der Zeitpunkt, an dem Sie einen Tab schließen. Die gesetzliche Wartefrist läuft, nachdem der bisherige Anbieter der Aktivitätsdatei gemeldet hat, dass Sie nicht mehr aktiv zu schalten sind.
  5. Erst danach erneut versuchen: Öffnen Sie beim gewünschten Anbieter die Spieloberfläche neu und versuchen Sie erst nach Ablauf der vollständigen Wartefrist, ein Spiel zu starten.

Kernpunkt: Das Schließen eines Browserfensters startet die fünf Minuten nicht nachweislich. Maßgeblich ist die vom Anbieter übermittelte Inaktivmeldung.

Das Löschen von Cookies oder Browserdaten ändert einen zentral gespeicherten LUGAS-Status nicht automatisch. Solche Maßnahmen können allenfalls helfen, wenn eine Internetseite lokal eine veraltete oder falsche Anzeige darstellt. Sie ersetzen weder die Inaktivmeldung noch die Wartefrist.

Warum kann der Status weiterhin auf aktiv stehen?

Die GGL-FAQ zur LUGAS-Limit- und Aktivitätsdatei nennt zwei wesentliche Erklärungen: Entweder besteht tatsächlich noch eine Aktivmeldung bei einem anderen Veranstalter oder ein interner Fehler beim neu gewählten Anbieter führt zu einer falschen beziehungsweise missverständlichen Meldung.

  • Offene Sitzung: Eine App oder ein Tab auf einem anderen Endgerät ist noch geöffnet und die vorgesehene Abmeldung wurde nicht ausgeführt.
  • Inaktivmeldung fehlt: Sie haben das Sitzungsende veranlasst, der bisherige Anbieter hat die Meldung aber noch nicht korrekt oder unverzüglich übermittelt.
  • Wartefrist läuft noch: Der Anbieter hat Sie bereits inaktiv gemeldet, doch die gesetzlich vorgesehenen fünf Minuten sind noch nicht vollständig abgelaufen.
  • Missverständliche Fehleranzeige: Der neue Anbieter kann Sie aus einem internen technischen Grund nicht aktiv setzen und zeigt dafür eine Meldung an, die fälschlich auf einen anderen Anbieter verweist.

Erfolgt keine aktive Abmeldung, muss der bisherige Anbieter laut § 6h GlüStV 2021 unverzüglich eine Inaktivmeldung vornehmen, sobald seit der letzten Eingabe mehr als 30 Minuten vergangen sind. Danach folgt weiterhin die fünfminütige Wartefrist. Die Freigabe erfolgt deshalb nicht zwingend exakt 30 Minuten nach dem letzten Klick oder der letzten Eingabe.

Was tun, wenn Abmelden und Warten nicht helfen?

Wenden Sie sich zuerst an den Support des Anbieters, der Sie zuletzt zum Spielen aktiv geschaltet haben könnte. Ist dieser nicht bekannt oder bestreitet er einen bestehenden Status, kontaktieren Sie auch den Anbieter, bei dem die Fehlermeldung erscheint. Bitten Sie um Prüfung, ob eine echte LUGAS-Rückmeldung oder ein interner Fehler vorliegt.

Dokumentieren Sie für die Klärung:

  • den vollständigen Wortlaut der Fehlermeldung,
  • Datum und genaue Uhrzeit,
  • die Namen der betroffenen Anbieter,
  • die verwendeten Geräte, Apps und Browser,
  • den Zeitpunkt der Abmeldung und des erneuten Versuchs,
  • einen Screenshot, auf dem Fehlermeldung, Datum und Uhrzeit nachvollziehbar sind.

Bleibt der Fall trotz Kontakt mit den Anbietern ungeklärt, kann die GGL nach ihrem FAQ in Ausnahmefällen prüfen, bei welchem Veranstalter eine Person noch aktiv gesetzt ist. Dafür verlangt sie den Namen jedes betroffenen Veranstalters sowie die jeweilige anbieterbezogene Spieler-ID. Zusätzlich sollen die Fehlermeldung mit Datum und Uhrzeit sowie das Einverständnis übermittelt werden, dass die Behörde den Anbieter zur Klärung kontaktieren darf.

Die GGL beschreibt damit eine Ausnahmeprüfung, aber keine allgemein verfügbare Funktion, über die Spielende ihren LUGAS-Status selbst auf inaktiv setzen lassen können. Senden Sie für diese Anfrage keine unnötigen Ausweiskopien, Kontoauszüge oder Einkommensnachweise. Die GGL erklärt in ihrem FAQ, dass persönliche Stammdaten für den Einblick in den pseudonymisierten Datensatz nicht separat übermittelt werden müssen.

Wo finde ich die Spieler-ID oder LUGAS-ID?

Die für die Klärung benötigte Spieler-ID ist nicht automatisch Ihr Benutzername, Ihre E-Mail-Adresse oder Ihre öffentlich sichtbare Kontonummer. Nach Angaben der GGL legen Anbieter eine eindeutige, anbieterbezogene Spiel-ID fest. Viele Anbieter nennen sie „LUGAS-ID“ oder verwenden eine ähnliche Bezeichnung.

Bei Anbietern virtueller Automatenspiele und von Online-Poker soll diese Kennung nach dem aktuellen GGL-FAQ im Profil auffindbar sein. Prüfen Sie die Bereiche Kontodaten, persönliche Daten, Spielerschutz oder LUGAS. Ist die Kennung dort nicht sichtbar, erfragen Sie sie beim Support. Da die ID anbieterbezogen ist, können für zwei Anbieter zwei unterschiedliche Kennungen benötigt werden.

Aktivitätsdatei, Limitdatei und OASIS unterscheiden

Die Systeme erfüllen verschiedene Aufgaben. Eine Aktivmeldung ist weder der Nachweis einer Spielersperre noch ein Hinweis darauf, dass ein Einzahlungslimit ausgeschöpft wurde.

  • LUGAS-Aktivitätsdatei: Sie verhindert paralleles Spielen bei mehreren Anbietern. Relevant sind die Statusmeldungen „aktiv“ und „inaktiv“ sowie die Wartefrist vor dem Anbieterwechsel.
  • LUGAS-Limitdatei: Sie dient der anbieterübergreifenden Überwachung des von Spielenden festgelegten Einzahlungslimits. Weitere Abgrenzungen finden Sie im Beitrag über Einzahlungs-, Verlust- und Zeitlimits.
  • OASIS: Das anbieter- und spielformübergreifende Spielersperrsystem soll gesperrte Personen von erfassten Glücksspielen ausschließen.

Die GGL stellt diese Systeme in ihrer Übersicht zum Länderübergreifenden Glücksspielaufsichtssystem und zu OASIS getrennt dar. Eine ausführlichere Einordnung weiterer Schutzvorgaben bietet unser Artikel zum Spielerschutz beim erlaubten Online-Glücksspiel.

Welche Daten werden für den Aktivstatus verarbeitet?

§ 6h GlüStV 2021 nennt als gesetzliche Datenkategorien Familiennamen, Vornamen, Geburtsnamen, Geburtsdatum, Geburtsort, Anschrift und die Information, ob eine Person aktiv geschaltet ist. Der Staatsvertrag erlaubt unter festgelegten Voraussetzungen auch die Übermittlung anderer Daten, sofern sie für eine eindeutige Identifizierung geeignet und erforderlich sind.

Für die aktuelle Umsetzung beschreibt die GGL eine anbieterübergreifende Zuordnung mittels Pseudonymen. Bei der Registrierung übermittelt der Anbieter außerdem eine von ihm festgelegte eindeutige Spiel-ID. Laut GGL-FAQ werden die persönlichen Angaben zur Bildung des Pseudonyms verwendet; die Behörde benötigt bei einer Anfrage deshalb die Spieler-IDs der betroffenen Anbieter und nicht erneut Name, Anschrift oder Ausweisdokumente.

Der Staatsvertrag enthält zudem Löschvorgaben nach Ablauf der Wartefrist. Werden Aktivitäts- und Limitdatei gemeinsam geführt, wird das Aktivmerkmal gelöscht, während für andere Daten die Regeln der Limitdatei gelten. Über konkrete technische Speicherorte, interne Zugriffsrechte oder darüber hinausgehende Fristen lässt sich daraus keine pauschale Aussage für jeden Verarbeitungsschritt ableiten.

Häufige Fragen zur LUGAS-Aktivmeldung

Beginnt die Wartezeit mit dem Schließen des Browsers?

Nicht zwingend. Die fünfminütige Frist knüpft rechtlich an die Inaktivmeldung des bisherigen Anbieters an. Nutzen Sie deshalb die vorgesehene Funktion zum Beenden der Spielsitzung, statt sich allein auf das Schließen eines Tabs zu verlassen.

Kann die GGL meinen Status direkt auf inaktiv setzen?

Das GGL-FAQ verspricht keine direkte Zurücksetzung auf Anfrage. Vorgesehen ist zunächst die Klärung mit dem Anbieter. Die Behörde kann in dokumentierten Ausnahmefällen prüfen, bei welchem Anbieter noch ein Aktivstatus besteht.

Kann ein offener Tab auf einem anderen Gerät die Ursache sein?

Ja, das ist eine von der GGL ausdrücklich genannte Prüfmöglichkeit. Kontrollieren Sie alle Apps, Tabs und Browserfenster auf sämtlichen Geräten, die Sie für das Spielen verwendet haben.

Darf ich während der Wartefrist beim bisherigen Anbieter weiterspielen?

Nachdem Sie die Inaktivmeldung veranlasst haben, darf der bisherige Anbieter eine weitere Teilnahme nur ermöglichen, wenn die Voraussetzungen für eine erneute Aktivschaltung erfüllt sind. Ein Weiterspielen passt daher nicht zu einem bereits veranlassten Anbieterwechsel und kann einen neuen Aktivstatus erfordern.

Wie erkenne ich, ob der Anbieter erlaubt ist?

Die GGL empfiehlt, vor der Teilnahme die amtliche Liste der erlaubten Veranstalter und Vermittler zu kontrollieren. Unser Leitfaden zeigt, wie Sie die amtliche GGL-Whitelist prüfen. Die Whitelist ist maßgeblich; ein Logo oder eine Werbeaussage allein genügt nicht.

18+ und verantwortungsvoll spielen

Glücksspiel ist ausschließlich für Volljährige bestimmt und kann abhängig machen. Die LUGAS-Aktivitätsdatei ist eine gesetzliche Spielerschutzmaßnahme. Die hier beschriebenen Schritte dienen ausschließlich dazu, eine ordnungsgemäße Abmeldung oder eine technische Fehlmeldung zu klären. Sie sind keine Anleitung, paralleles Spielen oder andere Schutzvorgaben zu umgehen.

Wenn Sie wiederholt versuchen, Schutzmechanismen zu umgehen, länger als geplant spielen oder die Kontrolle über Zeit und Geld verlieren, unterbrechen Sie das Spielen und holen Sie sich Unterstützung. Das Angebot Check dein Spiel des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit bietet Informationen, Selbsttests sowie kostenlose und anonyme Beratung für Betroffene und Angehörige.

Spiele verantwortungsvoll

Online-Glücksspiel ist nur für Personen ab 18 Jahren erlaubt und kann süchtig machen. Setze dir feste Limits, spiele nicht mit Geld, das du für Miete, Rechnungen oder Lebenshaltung brauchst, und mache Pausen.